DataGuard-Alternativen im Vergleich: Software allein oder Plattform mit Experten?

Das Wichtigste in Kürze

  • DataGuard-Alternativen lassen sich in zwei Gruppen aufteilen: einerseits reine Software-Lösungen für den Self-Service und andererseits Plattformen mit integrierten Experten-Diensten als zusätzliche Unterstützung. Die Gruppe entscheidet über den Preis, den Aufwand und darüber, ob Sie etwa einen benannten Datenschutzbeauftragten erhalten.
  • Von 14 hier verglichenen Anbietern veröffentlichen sieben ihre Preise. Die Spanne der Einstiegspreise reicht von 19€ pro Monat für ein Website-Scanning-Tool bis 450€ pro Monat für eine volle Privacy-Plattform.
  • Sechs der 14 Anbieter bieten einen externen Datenschutzbeauftragten als benennbare Person an, sechs nicht. Wer nach Artikel 37 DSGVO bestellpflichtig ist, kann diese Pflicht mit reiner Software nicht erfüllen.
  • Gängige Alternativen-Listen sind eingeschränkt brauchbar: G2 führt unter demselben Seitentitel zwei verschiedene Produkte namens DataGuard, das Münchner Compliance-Unternehmen und ein US-Tool für Data Security Posture Management. Die deutsche AI Overview zitiert die Liste zum falschen Produkt, Stand 31. August 2026.
  • DataGuard veröffentlicht auf den eigenen Preisseiten keine Eurobeträge; die Leistungsbeschreibung eines Reseller-Partners nennt Mindestvertragslaufzeiten von 12 oder 24 Monaten bei drei Monaten Kündigungsfrist, Stand 23. August 2024.

Welche DataGuard-Alternativen gibt es und wie unterscheiden sie sich?

Die brauchbare Einteilung verläuft nicht nach Herkunftsland oder Funktionsumfang, sondern nach Liefermodell: Einerseits gibt es dafür reine Software-Lösungen, die Sie selbst bedienen. Andererseits gibt es Plattformen, die Software und Beratungsleistung kombinieren, üblicherweise mit einem festen, zertifizierten Ansprechpartner.

Diese Unterscheidung ist wichtig, weil sie über den Personalaufwand auf Ihrer Seite bestimmt. Eine Self-Service-Plattform verlangt eine Person im Unternehmen, die Datenschutz bzw. Informationssicherheit fachlich beurteilen kann. Eine Plattform mit integrierten Experten-Diensten verlagert genau diese Beurteilung nach außen und kostet entsprechend mehr.

DataGuard selbst fällt in die zweite Gruppe. Das Unternehmen beschreibt sein eigenes Angebot auf der deutschen Startseite als "Zertifizierte Experten & digitale Plattform zu festen Monatspreisen" und auf der englischen Produktseite als "Experts-in-the-Loop" (Stand 31. August 2026). Wer zu einem reinen Software-Anbieter wechseln möchte, wechselt somit nicht nur das Tool, sondern übernimmt Arbeit, die vorher extern lag.

Alle Angaben in diesem Vergleich stammen von den Websites der jeweiligen Anbieter sowie von öffentlichen Bewertungsplattformen. Preise und Leistungsumfänge ändern sich; prüfen Sie daher bitte jede Angabe vor einer Entscheidung im Angebot.

Reine Software-Lösungen: für wen sie passen

Reine Software-Lösungen liefern Struktur, Dokumentation und Nachweisführung, jedoch keine fachliche Verantwortung. Sie passen, wenn im Unternehmen bereits Datenschutz- bzw. Informationssicherheits-Kompetenz vorhanden ist und die Aufgabe hauptsächlich darin besteht, sie zu skalieren.

Vanta und Sprinto sind die international bekanntesten Vertreter. Vanta bewirbt auf der Startseite "35+ compliance frameworks, automated and continuously monitored"; Sprinto nennt sich "Autonomous Trust Platform". Beide bieten keinen externen Datenschutzbeauftragten an. Bemerkenswert: Vanta beauftragt für die eigene DSGVO-Rolle einen externen Anbieter in Großbritannien, Sprinto benennt eine Bonner Rechtsanwaltsgesellschaft als EU-Vertreter, beides den eigenen Datenschutzhinweisen entnommen. Die DSGVO-Rolle, die deutsche Käufer am häufigsten suchen, ist bei diesen Anbietern eine eingekaufte Leistung, kein Produkt.

Drata aus San Diego und OneTrust aus Atlanta vertreten dieselbe Kategorie in größerem Maßstab. Drata nennt sich "The Agentic Trust Management Platform" und führt SOC 2, ISO 27001, ISO 42001, GDPR, HIPAA, PCI DSS und weitere Frameworks; NIS2, TISAX und C5 stehen nicht auf der Framework-Seite. OneTrust beschreibt sich als Plattform für Privacy, Consent und AI Governance und nennt auf der Seite zur Compliance-Automatisierung SOC 2, ISO 27001, GDPR, HIPAA und NIS2. Keiner der beiden veröffentlicht einen Preis, und keiner bietet einen externen Datenschutzbeauftragten an; persönliche Unterstützung läuft in beiden Fällen über ein Partnerverzeichnis.

caralegal aus Berlin ist der deutsche Vertreter dieser Gruppe und veröffentlicht seine Preisliste vollständig: 79€ pro Monat für eine juristische Einheit, 349€ für drei, 749€ für acht. Der Fokus liegt auf Datenschutz und KI-Governance; ISO 27001, NIS2, SOC 2, TISAX und C5 nennt die Website nicht. Einen externen Datenschutzbeauftragten bietet caralegal nicht an, die Software richtet sich an interne oder extern beauftragte Datenschutzbeauftragte.

Cyberday aus Tampere in Finnland ist der transparenteste Anbieter im Feld: Der komplette Preisplan steht bis 2.999 Mitarbeitende online, gestaffelt nach Beschäftigtenzahl, mit 14-tägiger Testphase ohne Kreditkarte. Der Schwerpunkt liegt auf dem ISMS, die DSGVO ist eines von nach eigener Angabe über 80 Frameworks. Responsum aus Zaventem in Belgien geht den umgekehrten Weg und baut auf Privacy-Operations: Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten, DSFA, TIA und Betroffenenanfragen sind eigenständige Objekte im System. Ein DSB-Dienst existiert dort nur als Zusatzleistung auf Anfrage.

Complianty gehört formal in diese Gruppe, ist allerdings kein Ersatz für DataGuard. Der Anbieter beschreibt sich selbst als "reines Software-Tool zur technischen Website-Prüfung und Dokumentation, kein DSB-Dienstleister" und richtet sich ausdrücklich an Agenturen, die zahlreiche Kunden-Websites betreuen. Wer eine DSGVO-Gesamtlösung sucht, vergleicht hier zwei verschiedene Produktkategorien.

Plattformen mit integrierten Experten-Diensten

Diese Gruppe verkauft Software und Fachleistung zusammen als Paket. Damit steigt natürlich der Preis, während der interne Aufwand sinkt. In den meisten Fällen ist ein externer Datenschutzbeauftragter Teil des Angebots.

Proliance aus München ist strukturell der nächste Verwandte von DataGuard: eigene Formulierung "Persönliche Expertenberatung und digitale Plattform aus einer Hand", nach eigener Angabe über 70 Experten und mehr als 2.500 Kunden. Der Anbieter veröffentlicht als Einziger im Feld eine vollständige Preiskarte über Software und Dienstleistungen hinweg. heyData aus Berlin führt mit der Plattform und behandelt Experten als Ergänzung, eigene Formulierung: Prozesse einmal aufsetzen "und bei Bedarf auf qualifizierte Experten zurückgreifen".

CIVAC verfolgt einen Ansatz, den kein anderer Anbieter im Feld hat: Verkaufseinheit ist nicht das Framework, sondern die gesetzliche Beauftragtenrolle. Nach eigener Angabe deckt die Plattform 77 solcher Rollen ab, vom Datenschutzbeauftragten über den Informationssicherheitsbeauftragten bis zum Gefahrgutbeauftragten, zu 49€ je Rolle und Monat in der Selbstbedienung. Beachten Sie beim Vertragsschluss, dass die Marke CIVAC und die im Impressum genannte Gesellschaft CITO GmbH nicht identisch sind.

activeMind aus München fällt aus dem Software-Vergleich heraus und gehört genau deshalb in die Betrachtung. Das Unternehmen beschreibt sich im ersten Satz der Startseite als "Beratungs- und Schulungsunternehmen", zur Gruppe gehört eine eigene Rechtsanwaltsgesellschaft, und die Plattform activeMind.cloud ist ein Portal neben der Beratung, nicht das Produkt. Wenn Alternativen-Listen dieses Portal als Peer einer Self-Service-Software führen, vergleichen sie eine Kanzleigruppe mit einem SaaS-Abo.

Die Anbieter im Vergleich

Die folgende Übersicht ordnet jeden Anbieter der Achse zu, die er sich selbst gibt, und nennt die Frameworks in der Schreibweise der jeweiligen Website. Preisangaben sind ausschließlich Beträge, die der Anbieter selbst veröffentlicht.

Anbieter (Sitz) Achse Frameworks laut eigener Website Preisangabe Externer DSB
Kertos GmbH (München) Plattform mit benannten zertifizierten Experten DSGVO, ISO 27001, NIS2, SOC 2, TISAX, C5, EU AI Act Angebot nach Framework und Unternehmensgröße ja
DataGuard (München) Plattform mit Experten-Diensten DSGVO, ISO 27001, TISAX, NIS2, EU-KI-Verordnung keine Angabe, "Angebot anfordern" ja
Vanta (San Francisco, USA) reine Software, Self-Service SOC 2, ISO 27001, GDPR, NIS2, EU AI Act, ISO 42001, HIPAA, PCI u. a. keine Angabe nein
Sprinto (kein Sitz auf der Website angegeben) reine Software, Self-Service SOC 2, ISO 27001, GDPR, TISAX, ISO 27701, ISO 42001, PCI-DSS u. a. keine Angabe nein
Drata (San Diego, USA) reine Software, Self-Service SOC 2, ISO 27001, ISO 42001, GDPR, HIPAA, PCI DSS, FedRAMP, CMMC keine Angabe nein
OneTrust (Atlanta, USA) reine Software mit Success-Paketen GDPR, US Privacy, EU AI Act, SOC 2, ISO 27001, HIPAA, NIS2 keine Angabe nein
caralegal GmbH (Berlin) reine Software, Self-Service DSGVO, EU AI Act, nDSG (Schweiz), Standard-Datenschutzmodell ab 79€ pro Monat nein
CIVAC / CITO GmbH (Hamburg, Sitz München) beide Modelle, wahlweise DSGVO, ISO 27001, NIS2 nach §§ 30, 38 BSIG, EU AI Act, BFSG 49€ je Beauftragten-Rolle und Monat ja
Complianty (Söhrewald) reine Software, Self-Service DSGVO website-technisch, BFSG/WCAG 19€ pro Monat, Aktionspreis nein, laut eigener Angabe
Responsum BV (Zaventem, Belgien) reine Software, Dienste auf Anfrage GDPR, UK GDPR, ISO 27001, NIS2, EU AI Act, NIST ab 450€ pro Monat über Partner, auf Anfrage
Cyberday (Tampere, Finnland) reine Software, externes Beraternetz ISO 27001, SOC 2, NIS2, GDPR, TISAX, NIST CSF, CIS 18 u. a. 250€ pro Monat unter 20 Mitarbeitenden, gestaffelt nicht ausgewiesen
Proliance GmbH (München) Plattform mit Experten-Diensten DSGVO, ISO 27001, NIS2, TISAX, C5, ISO 42001, ISO 9001, EU AI Act ab 125€ pro Monat ja
activeMind AG (München) Beratung und Schulung mit Portal DSGVO, ISO 27001, ISO 42001, NIS2, TISAX, CRA, OT-Security keine Angabe ja
heyData GmbH (Berlin) Plattform mit Experten-Diensten DSGVO, ISO 27001, NIS2, EU AI Act, UK GDPR, revDSG ab 59€ pro Monat bei Jahreszahlung ja

Kertos gehört zu den europäischen Plattformen mit integrierten Experten-Diensten: Die Software und benannte zertifizierte Experten, einschließlich eines externen Datenschutzbeauftragten, kommen aus einer Hand.

Wenn Sie US-amerikanische Automatisierungsplattformen genauer prüfen möchten, finden Sie die Details in unserem Überblick über Vanta-Konkurrenten im Vergleich. Die Einordnung der gesamten Kategorie behandeln wir in Compliance-Management-Software im Vergleich.

Benötigen Sie nur Software oder auch einen externen Datenschutzbeauftragten?

Diese Frage halbiert den Anbieterkreis und hat eine rechtliche und keine geschmackliche Antwort. Artikel 37 DSGVO verlangt die Benennung einer Person, deren Kontaktdaten veröffentlicht und der Aufsichtsbehörde mitgeteilt werden. Diese Benennung kann keine Software für Sie übernehmen. Wer bestellpflichtig ist und einen Self-Service-Anbieter wählt, braucht daneben eine zweite Lösung für die Rolle.

Ein häufiger Irrtum: Der Wechsel von einer Plattform mit Experten-Diensten zu einem günstigeren Software-Anbieter wird als Kosteneinsparung gerechnet, obwohl die DSB-Rolle danach separat eingekauft oder intern besetzt werden muss. Beziehen Sie diesen Posten von Anfang an in die Rechnung ein, sonst vergleichen Sie zwei unterschiedliche Leistungspakete.

Zur Orientierung: Suchen Sie Software, weil im Haus fachliche Kompetenz vorhanden ist, kommen Vanta, Sprinto, Drata, OneTrust, caralegal, Cyberday und Responsum in Frage. Suchen Sie eine benannte Person plus Tool, bleiben Kertos, DataGuard, Proliance, heyData, CIVAC und activeMind. Betreuen Sie als Agentur zahlreiche fremde Websites, ist Complianty die passendere Kategorie. Welche Anbietermodelle es für die DSB-Rolle grundsätzlich gibt, von der Kanzlei bis zur Plattform, haben wir in externer Datenschutzbeauftragter: Anbietermodelle im Vergleich aufgeschlüsselt.

Was kosten DataGuard-Alternativen?

DataGuard nennt auf den eigenen Preisseiten für Datenschutz und Informationssicherheit keinen Eurobetrag. Alle drei Stufen führen zu "Angebot anfordern", Stand 31. August 2026. Die deutsche Startseite wirbt gleichzeitig mit "festen Monatspreisen". Beides ist die Aussage des Anbieters; eine Preisangabe zum Vergleich liegt damit nicht vor.

Sieben der Alternativen veröffentlichen einen Einstiegspreis. Wichtiger als der Betrag ist, was er abdeckt, denn die genannten Beträge gelten fast immer für die kleinste Staffel.

Anbieter Veröffentlichter Einstiegspreis Was der Einstiegspreis abdeckt Was zusätzlich anfällt
Complianty 19€ pro Monat Starter: bis 5 Mandanten, bis 15 Websites Aktionspreis, Listenpreis 29€, zzgl. MwSt.
caralegal ab 79€ pro Monat Essential: eine juristische Einheit, unbegrenzte Nutzer 349€ für drei, 749€ für acht juristische Einheiten; Enterprise auf Anfrage
heyData 59€ pro Monat Starter-Stufe bei Jahreszahlung; DSB-Dienst separat ab 59€ pro Monat Monatszahlung ab 65€; InfoSec und Expert Services auf Anfrage
CIVAC 49€ pro Monat eine Beauftragten-Rolle in der Selbstbedienung bestellte Beauftragte zu individuellen Preisen
Proliance ab 125€ pro Monat externer DSB, Basis, für Unternehmen bis 20 Mitarbeitende, 1 Zugang Datenschutzaudit light 500€ einmalig; Beratungsstunden auf Anfrage
Cyberday 250€ pro Monat unter 20 Mitarbeitende, vollständiger Funktionsumfang Staffelung nach Beschäftigtenzahl bis 1.990€ pro Monat
Responsum ab 450€ pro Monat Privacy BASIC, je Fachanwender Implementierungspaket einmalig, typischerweise 25 Prozent eines Jahresvertrags

Drei Punkte, die Preisvergleiche in dieser Kategorie regelmäßig verzerren. Erstens die Staffel: Proliance nennt "ab 125€" für Unternehmen bis 20 Mitarbeitende, die eigene Lösungsseite gibt für 20 bis 49 Mitarbeitende eine Marktspanne von etwa 200 bis 500€ pro Monat an. Ein Unternehmen mit 45 Beschäftigten rechnet also mit einem anderen Betrag als dem, der auf der Preisseite zuerst ins Auge fällt. Zweitens die Bemessungsgrundlage: Nur Complianty weist ausdrücklich "zzgl. MwSt." aus, alle anderen lassen offen, ob es sich um Netto- oder Bruttopreise handelt. Drittens die Einmalkosten: Erst-Audit, Gap-Analyse und Implementierungspaket stehen bei mehreren Anbietern neben dem Monatspreis und fallen im ersten Jahr stärker ins Gewicht als die Abogebühr.

Was ein externer Datenschutzbeauftragter im deutschen Markt insgesamt kostet, mit Monatspauschalen, Stundensätzen und den Nebenkosten, haben wir in was kostet ein externer Datenschutzbeauftragter durchgerechnet.

Zu den Vertragslaufzeiten von DataGuard liegt eine öffentliche Quelle vor: Die Leistungsbeschreibung eines Reseller-Partners, Stand 23. August 2024, nennt "Mindestvertragslaufzeiten von 12 oder 24 Monaten" und eine Kündigungsfrist von drei Monaten zum Ablauf der Vertragslaufzeit. Ob dieselben Fristen im Direktvertrag gelten, ist daraus nicht ableitbar; fragen Sie die Laufzeit im Angebot ab.

Was Nutzer über DataGuard berichten

Bewertungen sind Meinungen einzelner Nutzer, keine Tatsachenbehauptungen. Die Zahlenbasis unterscheidet sich zwischen den Plattformen erheblich; dieser Unterschied ist die eigentliche Information.

Plattform Bewertung Anzahl Anmerkung
G2 4,6 von 5 120 Bewertungen größte und aktuellste Stichprobe; DataGuard betreibt eine eigene Seite zur Einladung von G2-Bewertungen
Capterra Deutschland 4,6 von 5 49 Bewertungen keine Bewertung unter vier Sternen; jüngste öffentlich lesbare Bewertung von August 2023
Trustpilot 3,2 von 5 95 Bewertungen Profil seit Februar 2022 verifiziert; laut Trustpilot derzeit keine Bewertungseinladungen durch den Anbieter
OMR Reviews 3,5 von 5 1 Bewertung statistisch nicht belastbar, nur der Vollständigkeit halber genannt

Alle vier Werte gelesen am 31. August 2026. Der Abstand von 1,4 Punkten zwischen G2 und Trustpilot bei vergleichbarer Stichprobengröße erklärt sich plausibel aus der Erhebung: Auf Plattformen, zu denen ein Anbieter aktiv einlädt, bewerten überwiegend zufriedene Kunden, auf Plattformen ohne Einladung überwiegend Nutzer mit einem Anlass. Ein einzelner Durchschnittswert über alle Plattformen hinweg wäre irreführend.

In den öffentlich lesbaren Rezensionen wiederholen sich einige Themen. Positiv genannt werden die fachliche Betreuung und die Reaktionsgeschwindigkeit; ein Reviewer beschreibt das Erstaudit als umfassend und hilfreich, weil derselbe Experte auch die monatlichen Termine begleitet, Capterra, Januar 2022. Kritisch genannt werden die Erreichbarkeit des zugewiesenen Beraters per Telefon, Capterra, August 2023, ein Wechsel der Ansprechpartner, OMR Reviews, sowie die Bedienbarkeit der Oberfläche nach einem Relaunch, Capterra, März 2023. Mehrere Nutzer beschreiben den Einstieg als anspruchsvoll und den Eigenaufwand als erheblich, auch bei Bewertungen mit fünf Sternen. Jede dieser Aussagen ist die Erfahrung einer einzelnen Person zu einem bestimmten Zeitpunkt, und die Capterra-Stichprobe ist rund drei Jahre alt.

Zum Leistungsumfang lässt sich Belastbares nur der Anbieterseite selbst entnehmen: Auf dataguard.de sind Framework-Seiten zu DSGVO, ISO 27001, TISAX, NIS2 und zur EU-KI-Verordnung veröffentlicht, Stand 31. August 2026. Prüfen Sie im Angebot ausdrücklich, ob Frameworks, die Sie zusätzlich benötigen, etwa der SOC-2-Bericht oder das C5-Testat, im Leistungsumfang enthalten sind.

Warum die gängigen Alternativen-Listen in die Irre führen

Wer nach DataGuard-Alternativen sucht, landet zunächst bei den Listen der Bewertungsportale. Diese Listen entstehen häufig aus Kategorie-Zuordnungen und Traffic-Signalen, nicht aus einer fachlichen Prüfung.

Der auffälligste Fall betrifft nicht die Auswahl, sondern die Identität des Produkts. G2 führt zwei verschiedene Produkte namens DataGuard, beide unter dem identischen Seitentitel "Top 10 DataGuard Alternativen & Wettbewerber", unterscheidbar nur an der URL: das Münchner Datenschutz- und Compliance-Unternehmen und DataGuard von Symmetry Systems, ein US-Tool für Data Security Posture Management. Auf der Seite zum Symmetry-Produkt steht als beste Alternative Wiz, gefolgt von Sprinto und Check Point Email Security. Wiz beschreibt sich selbst als Plattform für Cloud- und KI-Sicherheit, Check Point Email Security sichert E-Mail-Verkehr. Auf der Seite zum Münchner DataGuard steht Wiz nicht, dort führt Vanta. Die deutsche AI Overview übernimmt die Wiz-Liste, also die zum falschen Produkt. Stand beider Seiten: 31. August 2026.

Auch die Liste zum richtigen Produkt ist gemischt. Sie führt am 31. August 2026 auf Platz 2 Twilio Segment, auf Platz 7 Smartsheet und auf Platz 9 JumpCloud. Smartsheet bezeichnet sich auf der eigenen Startseite als "Intelligent Work Management Platform", JumpCloud beschreibt sich mit der Verwaltung von Windows-, Apple-, Linux- und Android-Geräten sowie Zugriffsverwaltung per SSO und MFA. Das sind Arbeitsmanagement und Identitätsverwaltung, keine Compliance-Plattformen. Die Liste von Capterra Deutschland führt Cloudaware, nach eigener Beschreibung eine "CMDB platform for multi cloud management", sowie Cority, das Capterra selbst als EHSQ-Software für Umwelt, Gesundheit, Sicherheit und Qualität einordnet.

Nicht alles daran ist falsch. Capterra führt mit caralegal und Cyberday zwei echte Vergleichsanbieter, und die Liste von OMR Reviews enthält keinen einzigen Fehltreffer dieser Art. Ihr Problem ist die Vereinheitlichung: Sie ordnet alle Einträge dem Label "Data Privacy Management" zu und stellt damit ein Beratungsportal neben ein Self-Service-Abo. Die Unterscheidung, die die Kaufentscheidung trägt, verschwindet dabei.

Praktische Konsequenz für Ihre Auswahl: Nehmen Sie die Listen als Kandidatensammlung und prüfen Sie jeden Namen an drei Punkten auf der Website des Anbieters selbst. Erstens die Selbstbeschreibung im ersten Satz der Startseite, weil dort steht, was das Unternehmen verkauft. Zweitens die Frameworkliste, weil dort steht, was tatsächlich abgedeckt ist. Drittens das Impressum, da dort die Rechtsform, der Sitz und damit der Gerichtsstand stehen. Und vergewissern Sie sich, dass die Liste überhaupt zu dem Produkt gehört, das Sie meinen.

Wie sich Kertos einordnet

Kertos ist eine europäische Compliance-Plattform mit benannten zertifizierten Experten und sitzt damit in derselben Hälfte des Marktes wie DataGuard, Proliance und heyData. Abgedeckt sind die DSGVO, die ISO-27001-Zertifizierung, NIS2, der SOC-2-Bericht, das TISAX-Assessment mit Label, das C5-Testat und der EU AI Act. Der externe Datenschutzbeauftragte ist Teil des Angebots und keine Zusatzleistung über einen Partner.

Der Unterschied zu einer reinen Software-Lösung liegt in der Zuständigkeit. Die Plattform übernimmt Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten, Betroffenenanfragen, Dokumentation und Nachweisführung; die fachliche Beurteilung übernehmen die Experten, die auch im Audit und gegenüber der Aufsichtsbehörde sprechen. Für Unternehmen ohne eigene Datenschutz- oder Informationssicherheitsfunktion ist das der Posten, der über den tatsächlichen Aufwand entscheidet.

"Die Frage ist nie, welches Tool die längste Frameworkliste hat, sondern wer am Ende die fachliche Beurteilung verantwortet: Ihr Team oder der Anbieter. Wer diese Frage nicht vor der Anbieterauswahl beantwortet, kauft ein Tool und behält die Arbeit."

Kutluhan Abut, Compliance-Experte bei Kertos

Was Kertos konkret abdeckt und wo die Grenzen liegen, sehen Sie am schnellsten in einer Demo mit einem unserer Experten.

Häufig gestellte Fragen

Was ist die beste Alternative zu DataGuard?

Die Antwort hängt von einer Vorentscheidung ab: Plattform mit integrierten Experten-Diensten oder reine Software zur Selbstbedienung. In der ersten Gruppe sind Kertos, Proliance, heyData und CIVAC die nächsten Vergleichsanbieter aus dem deutschsprachigen Markt. In der zweiten sind Cyberday und Responsum die transparentesten Anbieter, weil sie ihre Preise vollständig veröffentlichen.

Gibt es eine DataGuard-Alternative mit externem Datenschutzbeauftragten?

Ja. Kertos, Proliance, heyData, CIVAC und activeMind bieten einen externen Datenschutzbeauftragten als benennbare Person an, Stand 31. August 2026. Vanta, Sprinto, Drata, OneTrust, caralegal und Complianty bieten diese Rolle nicht an; Complianty stellt das auf der eigenen Website ausdrücklich klar. Bei Responsum ist der DSB-Dienst eine Zusatzleistung auf Anfrage.

Was kostet DataGuard?

DataGuard veröffentlicht auf den eigenen Preisseiten für Datenschutz und Informationssicherheit keinen Eurobetrag; alle Stufen führen zu einer Angebotsanfrage, Stand 31. August 2026. Vergleichszahlen liefern die Anbieter, die ihre Preise veröffentlichen: Die Einstiegspreise liegen zwischen 19€ pro Monat für ein Website-Scanning-Tool und 450€ pro Monat für eine Privacy-Plattform, jeweils für die kleinste Staffel.

Wie lange läuft ein Vertrag bei DataGuard?

Die Leistungsbeschreibung eines Reseller-Partners nennt Mindestvertragslaufzeiten von 12 oder 24 Monaten mit einer Kündigungsfrist von drei Monaten zum Ablauf der Laufzeit, Stand 23. August 2024. Für den Direktvertrag ist keine öffentliche Angabe belegt. Lassen Sie sich Laufzeit, Kündigungsfrist und Verlängerungsregel im Angebot schriftlich bestätigen.

Welche DataGuard-Alternativen kommen aus der EU?

Aus Deutschland kommen Kertos, Proliance, heyData, CIVAC, activeMind, caralegal und Complianty, aus Belgien Responsum und aus Finnland Cyberday. Vanta hat seinen Sitz in San Francisco, Drata in San Diego, OneTrust in Atlanta; Sprinto nennt auf der eigenen Website keine Anschrift und führt eine US-amerikanische und eine indische Gesellschaft als Vertragspartner. Wenn Datenstandort und Gerichtsstand für Sie ein Kriterium sind, prüfen Sie beides im Impressum und im Auftragsverarbeitungsvertrag.

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