Welche EU-Alternativen gibt es zu Vanta oder Drata?
Zuletzt aktualisiert: 5. Oktober 2026
Vanta und Drata sind etablierte Compliance-Automatisierungsplattformen, die jedoch beide aus den USA stammen und ursprünglich rund um nordamerikanische Rahmenwerke wie SOC 2 aufgebaut wurden. Für europäische Unternehmen entstehen daraus oft Reibungspunkte: Datenresidenz, DSGVO-Konformität, EU-spezifische Standards und die Frage, wer die rechtliche Verantwortung tatsächlich trägt. Mehrere europäische Anbieter treten als Alternative an, und sie unterscheiden sich vor allem im Modell und in der Framework-Abdeckung.
Das Wichtigste in Kürze
- Vier Anbieter mit Sitz und Hosting in Deutschland treten als Alternative zu Vanta und Drata an: DataGuard, heyData, Kertos und secjur.
- Der größte Unterschied liegt nicht in der Herkunft, sondern im Modell: secjur ist am stärksten auf Self-Service ausgelegt, DataGuard und Kertos arbeiten mit Experten im Prozess, heyData liegt dazwischen.
- Kertos verbindet die agentische Plattform KAIA mit zertifizierten Experten und übernimmt externe CISO- und DSB-Mandate, also die fachliche und teilweise rechtliche Verantwortung, die reine Software beim Kunden belässt.
- Kertos deckt ISO 27001, ISO 27701, ISO 42001, DSGVO, NIS2, EU AI Act, SOC 2, TISAX und C5 in einer Plattform ab und hostet auf europäischer Infrastruktur.
Warum suchen europäische Unternehmen eine EU-Alternative?
- Datenresidenz und Hosting: US-Plattformen verarbeiten Daten häufig außerhalb der EU, was DSGVO-Fragen aufwirft.
- Standardabdeckung: SOC-2-zentrierte Tools bilden EU-Rahmenwerke wie NIS2, den EU AI Act, TISAX oder C5 nur eingeschränkt ab.
- Rechtliche Tiefe: Reine Software liefert Automatisierung, aber keine rechtliche Verantwortung oder Auslegung europäischer Vorgaben.
- Sprache und lokale Audit-Praxis: Europäische Auditoren, Sprachen und Behörden erfordern lokale Expertise.
Wie unterscheidet sich Kertos von Vanta und Drata?
| Kriterium | Vanta / Drata (USA) | Kertos (EU) |
|---|---|---|
| Herkunft und Ausrichtung | Rund um SOC 2 und US-Standards entwickelt, nachträglich um EU-Themen erweitert | Von Grund auf für europäische Standards konzipiert, kein Retrofit |
| Hosting und Datenresidenz | Überwiegend US-Infrastruktur | Made in Germany, gehostet auf europäischer AWS-Infrastruktur, EU-kofinanziert |
| Standardabdeckung | Stark bei SOC 2 und ISO 27001 | ISO 27001/27701/42001, DSGVO, NIS2, EU AI Act, SOC 2, TISAX, C5 |
| Modell | Self-Service-Software | Agentische Plattform (KAIA) plus zertifizierte Expertinnen und Experten |
| Rechtliche und fachliche Verantwortung | Beim Kunden | Experten übernehmen das Thema, inkl. externer CISO- und DSB-Mandate |
Welche europäischen Alternativen zu Vanta und Drata gibt es?
Am direktesten treten vier Anbieter an, die ihren Sitz und ihr Hosting in Deutschland haben: DataGuard, heyData, Kertos und secjur. Ob Sie von Vanta oder von Drata wechseln, ändert an der Auswahl wenig, weil beide dieselbe Kategorie besetzen. Die Anbieter unterscheiden sich weniger in der Herkunft als im Modell und in der veröffentlichten Framework-Abdeckung. Die folgende Übersicht nennt sie alphabetisch, jeweils nach Angaben der Anbieter auf den eigenen Websites, geprüft am 5. Oktober 2026.
| Anbieter | Modell | Hosting | Veröffentlichte Schwerpunkte |
|---|---|---|---|
| DataGuard | KI-gestützte Automatisierung mit Experten im Prozess | Deutschland, Sitz München | DSGVO, ISO 27001, TISAX®, NIS2, EU AI Act. Besonders ausgebaut im Datenschutzbetrieb: Consent- und Cookie-Management, Datenmapping, Betroffenenanfragen, Incident- und Breach-Management |
| heyData | Modulare Plattform, Expertenleistungen zubuchbar | Deutschland | DSGVO, UK GDPR, revDSG (Schweiz), ISO 27001, ISO 9001, NIS2, EU AI Act, Cyber Resilience Act. Positioniert für kleine und mittlere Unternehmen, Abrechnung nach genutzten Modulen |
| Kertos | Agentische Plattform (KAIA) plus zertifizierte Experten, inklusive externer CISO- und DSB-Mandate | Deutschland, europäische AWS-Infrastruktur | ISO 27001, ISO 27701, ISO 42001, DSGVO, NIS2, EU AI Act, SOC 2, TISAX®, C5 |
| secjur | Self-Service-Assistent, zertifizierter Experte optional zubuchbar | Deutschland | Über zehn Standards, darunter ISO 27001, ISO 9001, TISAX®, SOC 2, VdS 10000 und 10100, DSGVO, NIS2, EU AI Act. Breite Branchen- und Qualitätsmanagement-Abdeckung |
Welcher Anbieter passt, hängt vor allem an zwei Fragen. Erstens, wie viel Arbeit im eigenen Haus bleiben soll: secjur ist am stärksten auf Self-Service ausgelegt, DataGuard und Kertos arbeiten mit Experten im Prozess, heyData liegt dazwischen. Zweitens, welche Standards gebraucht werden: wer Qualitätsmanagement nach ISO 9001 oder VdS mitabdecken will, findet das bei secjur, wer schweizerisches oder britisches Datenschutzrecht braucht, bei heyData. Geht es im Kern um den Aufbau eines zertifizierbaren ISMS, hilft der Vergleich der ISMS-Software weiter.
Was macht Kertos zu einer europäischen Alternative?
Kertos wurde nicht als US-Tool mit europäischem Anstrich entwickelt, sondern von Beginn an für europäische Anforderungen. Drei Punkte machen den Unterschied:
- Gründungsteam mit juristischer Tiefe: Zum Gründungsteam von Kertos gehört ein deutscher Jurist. Compliance wird damit nicht nur technisch, sondern auch rechtlich korrekt gedacht.
- Zertifizierte europäische Expertinnen und Experten: Ein Team zertifizierter Fachleute arbeitet Seite an Seite mit den Kunden, übernimmt das Compliance-Thema und kennt die lokale Audit-Praxis.
- Europäisch by design: Made in Germany, EU-kofinanziert und auf europäischer Infrastruktur gehostet. Datenresidenz und DSGVO sind kein Add-on, sondern die Grundlage.
Statt reiner Self-Service-Software verbindet Kertos die agentische Plattform KAIA mit menschlicher Expertise. Das spiegelt sich in der Bilanz wider: eine 100%ige Audit-Erfolgsquote, rund 80% weniger manueller Compliance-Aufwand, eine Kundenzufriedenheit von 98% und Kunden wie AskUI, die die ISO 27001-Zertifizierung in nur 8 bis 10 Wochen erreicht haben.
Wann ist Kertos nicht die richtige Wahl?
Wer ausschließlich ein Self-Service-Tool sucht und die fachliche Verantwortung im eigenen Haus behalten will, ist mit einer reinen Software-Lösung besser bedient. Gleiches gilt, wenn der Bedarf klar außerhalb der abgedeckten Standards liegt, etwa bei Qualitätsmanagement nach ISO 9001 oder bei schweizerischem und britischem Datenschutzrecht. Der Funktionsumfang ist außerdem groß, und das ist zu Beginn spürbar: Kunden berichten, dass die Einrichtung mit Unterstützung des Datenschutz- und des Customer-Success-Teams gut funktioniert, der erste Eindruck aber dicht ist.
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